ABS – früher Standard, heute nur noch in Ausnahmefällen sinnvoll
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) war lange Zeit einer der beliebtesten Kunststoffe im 3D-Druck und in der industriellen Fertigung. Heute wird er im Privat- und Kleinteilebereich jedoch zunehmend von moderneren Materialien wie PETG oder PLA+ verdrängt. Der Grund: bessere Alternativen mit weniger Nachteilen bei gleichzeitig vergleichbarer oder sogar höherer Belastbarkeit. Aber auch in technisch anspruchsvollen Bereichen kommt heute zunehmend das besser zu verarbeitende und witterungsbeständigere ASA zum Einsatz. weshalb ABS heute nur noch in Ausnahmefällen sinnvoll ist.
Eigenschaften von ABS
- Oberfläche: Matt bis leicht glänzend
- Hitzebeständigkeit: ca. 85–100 °C
- Festigkeit: Hohe Schlagfestigkeit, relativ zäh
- Witterungsbeständigkeit: Mittelmäßig – neigt bei UV-Strahlung zu Vergilbung und Versprödung
- Chemikalienbeständigkeit: Beständig gegen viele Öle und Fette
Typische Anwendungsbereiche
Historisch wurde ABS vor allem für Gehäuse, technische Bauteile und im Modellbau verwendet – unter anderem auch in der Serienproduktion von Produkten wie LEGO®-Steinen, Armaturenbrettern oder Elektrogehäusen.
Im 3D-Druck kommt es heute fast nur noch zum Einsatz, wenn sehr hohe Temperaturbeständigkeit gefordert wird und andere Materialien nicht in Frage kommen.
Vorteile von ABS
- Höhere Wärmebeständigkeit als PLA oder PLA+
- Mechanisch belastbar und schlagzäh
- Oberfläche nachbearbeitbar, z. B. durch Schleifen oder Aceton-Glättung
Nachteile und Gründe, warum wir es kaum einsetzen
- Geringere Maßhaltigkeit im Druck – neigt zu starkem Verzug, besonders bei größeren Teilen
- UV-Anfälligkeit – im Außenbereich nicht dauerhaft farbstabil
- Weniger umweltfreundlich – nicht biologisch abbaubar, petrochemische Basis
- Materialgeruch beim Drucken – unangenehm im Vergleich zu PLA oder PETG
- Bessere Alternativen verfügbar – PETG oder spezielle technische Kunststoffe bieten ähnliche oder bessere Eigenschaften ohne diese Nachteile
Unsere Empfehlung
ABS ist heute nur noch in wenigen Ausnahmefällen sinnvoll, zum Beispiel wenn ein Objekt sehr hohe Temperaturen aushalten muss und optische Alterung durch UV-Strahlung keine Rolle spielt. In allen anderen Fällen setzen wir lieber auf PETG, PLA+ oder andere moderne Kunststoffe, die langlebiger, optisch ansprechender und nachhaltiger sind.
